Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Methoden für deine Medienarbeit: agieren oder reagieren?

0

„Agieren statt reagieren“ heißt es in vielen Artikeln zu Karriere, Selbstverwirklichung, Stressbewältigung und mehr. Wer agiert, ergreift die Initiative und gestaltet Situationen aktiv; wer reagiert, wartet einfach ab.

Auch in der PR kannst du agieren oder reagieren: Entweder du pflegst die Beziehung zur Öffentlichkeit aktiv und hast Einfluss auf die öffentliche Meinung über dein Unternehmen oder du bleibst passiv und kommunizierst nur, wenn unbedingt nötig.

Was bedeutet das für deine Zusammenarbeit mit der Presse? Die Arbeit mit den Medien, ein wichtiger Bestandteil umfassender PR-Strategien, wird in agierende und reagierende Medienarbeit unterteilt. Was das genau bedeutet und wie du agieren kannst, schauen wir uns in diesem Beitrag an.

Was ist reagierende Medienarbeit?

Die reagierende Medienarbeit ist schnell erklärt, denn du machst dabei nicht viel. Es heißt einfach, dass Journalist*innen, die mehr über dein Unternehmen erfahren wollen, sich mit ihren Anfragen an dich wenden. Du beantwortest diese, aber trittst nicht aktiv an die Medien heran.

Reagierende Medienarbeit

Das ist einerseits gut, denn Presseanfragen zu erhalten, bedeutet, dass ein externes Interesse an deinem Unternehmen besteht. Jedoch kommt das nur selten vor, vor allem, wenn dein Unternehmen noch neu und dementsprechend unbekannt ist. Außerdem reagierst du nur, anstatt deinen Auftritt in der Öffentlichkeit aktiv mitzubestimmen.

Was ist agierende Medienarbeit?

Bei der agierenden Medienarbeit dagegen, gehst du aktiv auf die Presse zu. Du überlegst dir, mit welchen Themen du in die Medien willst, baust dir ein Netzwerk von Journalist*innen auf und schlägst ihnen passende Aufhänger für Beiträge vor. Das ist natürlich mehr Arbeit, aber du hast auch mehr Einfluss und es wird mehr Berichte über dich geben!

8 verschiedene Aufhänger und Tipps für deine Arbeit mit den Medien habe ich dir in diesem Beitrag zusammengestellt. Unter PR-Ideen findest du außerdem jeden Monat Themen für deine Kommunikation.

Methoden agierender Medienarbeit

Grundlegend gibt es drei verschiedene Methoden für agierende Medienarbeit.

Themensetting

Beim Themensetting oder auch Agendasetting findest du Themen in deinem Unternehmen und entwickelst diese zu Nachrichten weiter, die für die Öffentlichkeit relevant sind. Du setzt dein Thema also aktiv auf die Agenda der Medien.

Beispiel | Ein Obstlieferant findet durch eine eigene Studie heraus, dass Kinder, die immer eine bestimmte Mischung an Obst essen, besser in der Schule sind. Die Medien wissen davon nichts und berichten deshalb bisher nicht über dieses Thema.

Der Obstlieferant teilt die Studienergebnisse nun mit den Medien und macht sie so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Als Erheber der Studie wird das Unternehmen in allen Beiträgen genannt. Es kann sich in diesem Zusammenhang als Experte für Obst positionieren und wird als zuverlässiger Lieferant bekannt.

Agenda Surfing

Beim Agenda Surfing dagegen, nutzt du ein Thema, das sowieso gerade viel besprochen wird und surfst auf der Welle mit. Die Methode ist sowohl in der Politik als auch bei der PR für Unternehmen sehr beliebt: Du bringst dich in ein bereits bestehendes Gespräch ein und teilst deine Perspektive.

Medienarbeit Agenda Surfing

Beispiel | Die Medien berichten viel über die Klimakrise und die negativen Folgen für Umwelt und Gesellschaft. Viele Unternehmen nutzen dies, um ihre eigenen nachhaltigen Projekte und Produkte kommunizieren und sich öffentlich zu dem Thema zu positionieren.

Newsjacking

Newsjacking und Agenda Surfing funktionieren grundlegend ähnlich, denn in beiden Fällen nutzt du ein bereits bestehendes Thema für deine Kommunikation. Beim Newsjacking, also dem Kapern einer Nachricht, geht es aber mehr um ein konkretes Ereignis oder eine Neuigkeit. Agenda Surfing bezieht sich dagegen auf ein ausgiebig diskutiertes, oftmals komplexes Thema.

Beispiel | Die Autovermietung Sixt veröffentlicht regelmäßig Kampagnen, in denen sie sich auf politische und andere öffentliche Ereignisse beziehen, die große Aufmerksamkeit erregen. Ein anderes Beispiel wäre, wenn die Medien gerade über eine Sicherheitslücke bei einem bekannten Software-Hersteller berichten. Kleinere Unternehmen können diese negativen Berichte für ihre eigene PR nutzen und sich selbst als sicherere Alternative zu positionieren.

Newsjacking basiert oftmals auf ironischen oder humorvollen Ansätzen, wie das Beispiel von Sixt gut zeigt. Außerdem musst du extrem schnell und gleichzeitig kreativ sein, um die Aufmerksamkeit zu erregen bevor das Thema in der Presse durch ist. Das kann auch schnell nach hinten losgehen. Wichtig ist, dass du wirklich etwas zu sagen hast, das in Zusammenhang zum Ereignis steht und für die Öffentlich interessant ist. Einfach nur zu sagen „bei Unternehmen X läuft es gerade nicht gut, aber bei uns schon“ ist kein Newsjacking und wird für Medienberichterstattung nicht ausreichen.

Instrumente agierender Medienarbeit

Zu den Instrumenten der agierenden Medienarbeit zählen beispielsweise Pressemeldungen, Pressefotos und Pressemappen. Wenn du wissen willst, wie man eine Pressemeldung schreibt, schau dir diesen Beitrag zu Inhalt, Aufbau und Stil an.

Du kannst Journalist*innen auch zu Veranstaltungen sowie Pressekonferenzen, Pressegespräche und auf Pressereisen einladen oder selbst einen Redaktionsbesuch planen.


Hast du schon mal mit einer der Methoden für agierende Medienarbeit gearbeitet? Wie sah deine Strategie aus und wie ist es gelaufen? Ich würde mich freuen, von dir zu hören!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.