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Weniger ist mehr: Worauf du bei der Medienarbeit ruhig verzichten kannst

Weniger ist mehr: Worauf du bei der Medienarbeit ruhig verzichten kannst

Viel hilft viel? Nicht bei der Arbeit mit der Presse! Wenn du dich und dein Unternehmen in die Medien bringen willst, solltest du dir genau überlegen, was du wann kommunizierst.

In diesem Beitrag stelle ich dir vier Bereiche vor, in denen mehr nicht unbedingt besser ist. Außerdem erfährst du, wie du es besser machst.

1 | Viele Neuigkeiten

Als ich noch in einer PR-Agentur gearbeitet habe, gab es immer wieder Kund*innen, die wöchentlich Pressemeldungen verschicken wollten. Das ist viel zu viel! Hinzu kam, dass nur die wenigsten Meldungen wirklich für die Öffentlichkeit interessant waren.

Schau dir die Medien einmal genauer an. Über die wenigsten Unternehmen wird jede Woche berichtet – und wenn, dann sind das eher die, die gerade eine Krise durchmachen.

Überschwemmst du die Presse jede Woche mit Meldungen aus deinem Unternehmen, riskierst du, dass Journalist*innen sich aus deinem Verteiler abmelden. Das bedeutet, dass du sie nicht mehr kontaktieren darfst. Wenn du dann mal eine Geschichte hast, die wirklich gut passt, hast du den Pressekontakt bereits verloren.

So machst du es besser: Überleg dir ein wirklich interessantes Thema und bereite dieses detailliert für die Presse auf. Biete Hintergrundinformationen und spannende Einzelheiten statt vielen langweiligen Geschichten.

2 | Lange Texte

Unabhängig davon, ob du eine E-Mail an einen Pressekontakt oder eine ganze Pressemeldung schreibst, gilt: Ein längerer Text macht deinen Inhalt nicht interessanter.

Keine langen Texte in der Medienarbeit

Das Gegenteil ist der Fall. Journalist*innen haben sehr wenig Zeit und bevorzugen daher kurze Texte. Je schneller sie verstehen, worum es in deinem Themenvorschlag geht, desto höher sind deine Chance, dass sie sich deinen Vorschlag genauer ansehen. Und letztendlich auch über dich berichten wollen.

So machst du es besser: Konzentriere dich in deinen Texten auf das Wesentliche und lass alles andere weg. Wenn ein*e Journalist*in sich für deine Geschichte interessiert, wird er oder sie, dich um weitere Informationen bitten.


In diesem Beitrag erfährst du mehr rund um Inhalt, Aufbau und Stil von Pressemeldungen und hier geht es um Storytelling in Pressemitteilungen.


3 | Große Verteiler

Die gleiche Nachricht an mehr Journalist*innen zu schicken, erhöht nicht deine Chancen, in die Medien zu kommen. Dafür gibt es zwei Gründe:

Je größer dein Verteiler ist, desto schwerer wird es, die Interessen der einzelnen Pressekontakte zu treffen. Jede*r Redakteur*in hat einen unterschiedlichen Schwerpunkt und berichtet über andere Geschichten. Du „verschwendest“ deinen Themenvorschlag somit an Personen, für die er gar nicht interessant ist.

Außerdem erkennen Journalist*innen durchaus, ob ein Themenvorschlag für sie erstellt wurde oder ob sie Teil eines großen Verteilers sind. Letzteres macht deine Meldung eher unattraktiv, da sie auch bei einer guten Geschichte davon ausgehen müssen, dass viele andere darüber berichten werden.

So machst du es besser: Investiere Zeit in die Recherche und finde Pressekontakte, die wirklich an deinen Themen interessiert sind. Schau dir an, wer deine E-Mails wirklich liest und sortiere tote Kontakte regelmäßig aus.


In diesem Interview hat eine Journalistin mir verraten, wieso große Verteiler keine gute Idee sind und wie deine erste Nachricht lieber aussehen sollte.


4 | Viele Anrufe

Haben Sie unsere Pressemeldung schon gelesen und werden sie darüber berichten?“ ist vermutlich der am meisten gehasste Satz in Redaktionen. Journalist*innen mögen es überhaupt nicht, wenn du kurz nach deiner E-Mail bereits bei ihnen anrufst und dich nach dem Stand erkundigst. Diese Nachfass-Aktionen sind in der PR-Branche aber leider noch immer verbreitet und tragen dazu bei, dass die Presse von PR-Schaffenden genervt ist.

Nachfass-Aktionen nerven JournalistInnen

So machst du es besser: Gib Journalist*innen Zeit, sich deine Nachricht in Ruhe anzusehen. Wenn du dir absolut sicher bist, dass dein Thema zum Medium passt, kannst du nach ein paar Tagen noch einmal eine E-Mail schicken. Solltest du auch auf diese keine Antwort erhalten, fass nicht weiter nach.

Fazit: Ist mehr besser?

Es gibt sicherlich Berufe, in denen die „Mehr-ist-mehr“-Strategie funktioniert. Ich bin überzeugt davon, dass PR – und insbesondere die Medienarbeit – nicht dazu gehört.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du dich nun entspannt zurücklehnen kannst. Wenn du dich und dein Unternehmen, in die Medien bringen willst, musst du dennoch proaktiv sein. Aber überleg dir gut, wann der richtige Zeitpunkt für die richtige Inhalte ist anstatt einfach so viel wie möglich an alle zu schicken.


Was hältst du von diesen Strategien? Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von dir zu hören!

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