Public Relations, oder auf Deutsch: Öffentlichkeitsarbeit, beschreibt die strategische Kommunikation einer Organisation mit ihrer Zielgruppe. Das klingt erstmal vielleicht etwas sperrig und kompliziert. Ist es aber nicht! In diesem Beitrag erfahrt ihr, was das bedeutet und welche PR-Ziele ihr verfolgen könnt.
- Strategie, Organisation, Zielgruppe
- Zielgruppen von Public Relations
- Ziele von Public Relations
- Weitere PR Ziele
- Wie ihr eure PR-Ziele erreicht
- Sichtbarkeit in KI
- Kennt eure Zielgruppe
- Fazit: PR braucht klare Ziele und Fokus
Strategie, Organisation, Zielgruppe
Schauen wir uns einmal an, was die verschiedenen Begriffe in der oben genannten Definition bedeuten: Public Relations beschreibt die strategische Kommunikation einer Organisation mit ihrer Zielgruppe.
Der Begriff Organisation ist schnell definiert: Das kann ein Unternehmen, ein Verein, eine Hilfsorganisation oder auch eine Einzelperson, z. B. ein:e Selbstständige:r, Expert:in oder Autor:in, sein.
Strategisch zu kommunizieren bedeutet schlichtweg, dass ihr mit eurer Kommunikation ein bestimmtes Ziel verfolgt: Stellt euch vor, ihr sprecht mit einer Freundin. Entweder ihr unterhaltet euch einfach oder ihr wollt das Gespräch nutzen, um sie von etwas zu überzeugen. In dem Moment, in dem ihr eure Kommunikation auf dieses Ziel ausrichtet, kommuniziert ihr strategisch. In der PR geht es also nicht darum, einfach zu kommunizieren, sondern es soll damit ein bestimmtes Ziel erreicht werden. Welche PR-Ziele es gibt, erfahrt ihr weiter unten.
Bleibt zuletzt noch die Zielgruppe. Das sind die Menschen oder andere Stakeholder, die ihr mit eurer strategischen Kommunikation erreichen wollt. Unsere Zielgruppe sind zum Beispiel Expert:innen und Unternehmen, die mit ihrem Angebot ein konkretes Problem lösen. Konkrete Beispiele für Zielgruppen findet ihr im nächsten Abschnitt.
Zielgruppen von Public Relations
Die allgemeine Zielgruppe der PR leitet sich aus dem Namen ab: Public Relations bedeutet grob übersetzt „Beziehungen zur Öffentlichkeit“. Nun ist Öffentlichkeit aber ein sehr breiter Begriff und nicht jeder Teil der Öffentlichkeit ist für jede Organisation relevant. So kann eine Zielgruppe, die für uns wichtig ist, für euch vollkommen nebensächlich sein.
Daher ist es sinnvoll, kleinere Zielgruppen zu definieren, die sich je nach Organisation unterscheiden. Überlegt euch: Wen genau wollt ihr mit eurer Kommunikation erreichen? Denkt dabei an externe Zielgruppen (z. B. Kund:innen), aber auch an interne Zielgruppen (z. B. Mitarbeitende).
Zielgruppen von PR können sein:
- Bestehende und potenzielle Kund:innen
- Politik, Ämter, Behörden, Gewerkschaften und Verbände
- Bestehende und potenzielle Investor:innen, Aktionär:innen und Geschäftspartner:innen
- Weiteren Stakeholder, also alle Personengruppen, die von euren Aktivitäten (in-)direkt betroffen sind und/oder ein Interesse an den Aktivitäten haben. Das können zum Beispiel Lieferant:innen, Nachbar:innen, Schulen und Universitäten oder auch eure Konkurrenz sein.
- Fachkräfte und potenzielle Bewerber:innen
- Mitarbeitende (interne Zielgruppe)
Und was ist mit Journalist:innen und Medien? Mit ihnen müsst ihr zusammenarbeiten, denn ein Ziel von PR sind Berichte in der Presse. Das macht Journalist:innen zu einer wichtigen Zielgruppe! Sie sind Multiplikator:innen, um eure eigentliche Zielgruppe (z. B. neue Kund:innen) durch die Presse zu erreichen.
Ziele von Public Relations
Ebenso wie die Zielgruppen, unterscheiden sich auch die PR-Ziele je nach Organisation. Jedoch gibt es einige übergreifende Ziele, die fast alle PR-Strategien gemeinsam haben.
Vertrauen & Glaubwürdigkeit schaffen
Eine Aufgabe von PR ist es, einen offenen Dialog mit der Öffentlichkeit zu führen. Die PR ist dafür verantwortlich, die Bedenken der Öffentlichkeit frühzeitig zu erkennen, ihre Fragen zu beantworten und Informationen zu teilen, um diese aus dem Weg zu schaffen. Mit einer guten PR-Strategie gewinnt ihr das Vertrauen eurer Zielgruppe.
Bekanntheit steigern
Die Brand Awareness, also die Bekanntheit einer Marke, hat großen Einfluss auf das Verhalten der Zielgruppe. Sie beeinflusst beispielsweise, wie potenzielle Kund:innen oder Bewerber:innen euch wahrnehmen und ob sie bei euch kaufen bzw. sich bei euch bewerben. Mit einer guten PR-Strategie steigert ihr eure Bekanntheit und baut eure Reichweite aus.

Imageaufbau
Es ist ein Ziel der PR, das Image einer Organisation in der Öffentlichkeit aufzubauen und zu pflegen. Wenn ihr beispielsweise als Expert:innen für ein bestimmtes Thema wahrgenommen werden wollt, trägt PR einen entscheidenden Teil zu dieser Positionierung bei.
Schwieriger als der Imageaufbau ist übrigens die Imageverbesserung: Hat sich erst einmal ein schlechtes Bild eures Unternehmens in der Öffentlichkeit etabliert, ist das Vertrauen angeknackst und es braucht viel Zeit und Kommunikation, um dieses wieder herzustellen. Mit einer guten PR-Strategie könnt ihr euch für bestimmte Themen positionieren und ein von euch gewähltes Image aufbauen.
Weitere PR Ziele
Zusätzlich verfolgt jede Organisation weitere PR-Ziele, aus denen sich konkrete Kommunikationsmaßnahmen ableiten lassen. Einige Beispiele sind:
- Positive Berichterstattung in Medien, die eure Zielgruppe(n) erreichen (Pressearbeit)
- Positionierung als Expert:innen in der Branche
- Information der Zielgruppe über (neue) Produkte (Produkt-PR)
- Beziehungspflege mit bestehenden Kund:innen (Customer Relations)
- Beziehungspflege mit Gruppen, die einen großen Einfluss auf die Organisation haben können, wie beispielsweise die Nachbar:innen einer Fabrik (Community Relations)
- Kommunikation mit Politik, Gewerkschaften, Verbänden, Industrie- oder Handelskammern, um die politischen und juristischen Rahmenbedingungen für die Organisation zu verhandeln oder zu verbessern (Public Affairs)
- Kommunikation mit neuen und bestehenden Investor:innen (Investor Relations)
- Ansprache potenzieller Neukund:innen und Erschließung neuer Märkte
- Bindung bestehender Mitarbeitender sowie externe Positionierung als attraktiver Arbeitgeber (Employer Branding)
Wie ihr eure PR-Ziele erreicht
Wenn euch klar ist, wen ihr erreichen wollt und welche Ziele ihr dabei verfolgt, stellt sich die Frage: Wie macht ihr das? Bei PR denken viele an den klassischen Artikel in einer Zeitung. Das ist auch richtig. Aber wenn ihr euch all die zuvor genannten Ziele und Zielgruppen anschaut, die PR haben kann, wird schnell klar: Mit einer paar Artikeln in der lokalen Tageszeitung ist es nicht getan.
Darum besteht eine umfassende PR-Strategie aus drei Bereichen:
Pressearbeit
Pressearbeit umfasst die Zusammenarbeit mit allen Arten von Medien von Print und Online bis TV, Radio, Blogs und Podcasts. Ziel ist es, mit Beiträgen in diesen Medienarten zu erscheinen. Das können beispielsweise redaktionelle Artikel, Interviews oder Gastbeiträge sein.
Pressearbeit wird in der Fachsprache auch als „Earned Content“ bezeichnet: Im Gegensatz zu Social Media und eigenen Inhalten könnt ihr in der Presse nämlich nicht einfach teilen, was ihr wollt. Stattdessen müsst ihr euch Beiträge in der Presse erst „verdienen“ (engl. to earn), indem ihr mit wirklich guten Themen auf die Journalist:innen zugeht.
Social Media
Auf Social Media sind die meisten Unternehmer:innen aktiv. Hier könnt ihr direkt und zu jeder Zeit mit eurer Zielgruppe kommunizieren – eingeschränkt werdet ihr nur durch die Bedingungen und möglichen Formate der einzelnen Kanäle. Welcher Social-Media-Kanal der richtige für euch ist, hängt ganz davon ab, wen ihr erreichen wollt.
Wichtig ist: Konzentriert euch lieber auf ein bis zwei Kanäle und seid auf diesen wirklich regelmäßig und mit qualitativ hochwertigen Inhalten präsent, anstatt viele Kanäle nur halbherzig zu bedienen.
Eigene Inhalte
Während ihr bei Social Media vom Algorithmus und bei der Pressearbeit von den Journalist:innen abhängig seid, entscheidet ihr bei euren eigenen Inhalten komplett selbst. Hierzu zählen zum Beispiel ein Blog, Podcast oder Newsletter.
Weitere Bestandteile einer PR-Strategie
Neben diesen drei Hauptbereichen gibt es einige weitere PR-Maßnahmen. Zum Beispiel:
- Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Messen)
- Veranstaltungen, die ihr selbst organisiert
- Auftritte als Speaker:innen oder Teilnehmer:innen von Diskussionen
- Sponsoring und Spenden
- Kundenmagazine
- Intranet, Betriebsversammlungen oder Mitarbeitermagazine als interne PR-Maßnahme
Wie immer kommt es bei der Wahl der PR-Maßnahmen darauf an, wen ihr erreichen wollt und was eure Ziele sind!
Sichtbarkeit in KI
Viele Menschen stellen ihre Fragen heute erst mal einer Künstlichen Intelligenz. AI Overviews und KI-Tools wie ChatGPT, Perplexity und Gemini haben verändert, wie wir nach Antworten suchen. Für Expert:innen und Unternehmen bedeutet das: Ihr müsst nicht mehr nur in den Top-Ergebnissen von Google auftauchen, sondern auch in den Antworten von KI. Hierfür spielen neben Review-Seiten und Wikipedia, vor allem Corporate Blogs, also Unternehmensblogs, und Artikel in Fach- und Newsmedien eine Rolle, wie eine Untersuchung von blinq zeigte.
Kennt eure Zielgruppe
Um eure PR-Ziele zu erreichen, müsst ihr eure Zielgruppen unbedingt wirklich gut kennen. Nur dann könnt ihr auch erfolgreich mit ihnen kommunizieren. Bevor ihr Journalist:innen, (potenzielle) Kund:innen oder Mitarbeiter:innen kontaktiert, fragt euch immer: Welche Bedürfnisse haben diese Personen und wie könnt ihr diese erfüllen?
Für die Zielgruppe „Journalist:innen“ bedeutet das zum Beispiel, dass ihr euch mit ihren Artikeln auseinandersetzt. Schaut euch genau an, worüber sie schreiben und mit welchen Themen das Medium sich befasst. Die meisten Journalist:innen erhalten täglich Hunderte von Mails mit Themenvorschlägen und viele davon sind absolut nicht relevant für sie. Das ist sowohl verschwendete Zeit für die Journalist:innen als auch für euch!
Fazit: PR braucht klare Ziele und Fokus
Erfolgreiche PR basiert auf klar definierten Zielen und einem guten Verständnis der eigenen Zielgruppen. Nur wenn ihr wisst, wen ihr erreichen wollt und was ihr mit eurer Kommunikation bewirken möchtet, könnt ihr passende Maßnahmen auswählen und sinnvoll umsetzen.
PR ist ein langfristiger Prozess: Pressearbeit, Social Media und eigene Inhalte greifen idealerweise ineinander – so werdet ihr langfristig bei eurer Zielgruppe sichtbar und gewinnt ihr Vertrauen.

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