12. Januar 2026

Gastbeitrag schreiben in 5 Schritten inkl. Liste mit Medien, die für Gastbeiträge offen sind

Gastbeiträge sind eine gute Möglichkeit, um in die Presse zu kommen: Im Gegensatz zu redaktionellen Artikeln, die von Journalist:innen verfasst werden, schreibt ihr eure Gastbeiträge selbst. Je nachdem, wie geübt ihr im Schreiben seid, kann das anfangs zeitaufwendig sein. Aber je öfter ihr Beiträge „zu Papier“ bringt, desto besser werdet ihr und desto schneller könnt ihr eurennächsten Gastbeitrag schreiben.

Wieso ist es überhaupt sinnvoll, Gastbeiträge zu schreiben? Wie schreibt ihr einen guten Gastbeitrag? Und für welches Medium könntet ihr einen Gastbeitrag schreiben? Die Antworten auf diese Fragen erfahrt ihr in diesem Beitrag.

4 Gründe, wieso ihr einen Gastbeitrag schreiben solltet

Einen Gastbeitrag zu schreiben, ist durchaus mit Arbeit verbunden. Aber es bringt viele Vorteile mit sich!

1 I Positionierung als Expert:innen

Gastbeiträge sind eine wunderbare Möglichkeit, um euch als Expert:innen zu positionieren. Wenn ihr in einem ganzen Beitrag euer Wissen teilt und den Leser:innen weiterhelft, werden sie danach wissen wollen, wer ihr seid. Über eure Autorenbiografie, die in der Regel am Ende eines Gastbeitrags steht, gelangen sie dann ganz leicht auf eure Website oder eure Social-Media-Kanäle.

2 I Mehr Möglichkeiten für eure Pressearbeit

Gastbeiträge können euch auf Websites bringen, die sonst wahrscheinlich nicht über euch berichten würden. Zum Beispiel betreiben viele Unternehmen oder Verbände Blogs mit beachtlicher Reichweite, die sich auch an eure Zielgruppe richten.

Diese schreiben zwar keine Artikel über Unternehmen und deren Dienstleistung, aber sie veröffentlichen oft Gastbeiträge von Expert:innen. Denn davon profitieren beide Seiten. Wichtig ist nur, dass ihr (gerade bei anderen Unternehmen) nicht in direkter Konkurrenz steht. Am besten ist es, wenn euer Angebot sich sinnvoll ergänzen.

Gastbeitrag schreiben: Infografik zu vier Gründen, warum Gastbeiträge für PR, SEO und Markenaufbau wichtig sind

3 I Der Grundstein für Interviews 

Gastbeiträge sind eine gute Vorarbeit für Interviewanfragen. Wenn euer Unternehmen noch recht unbekannt ist und ihr noch keinen Expertenstatus in der Branche habt, könnt ihr über Gastbeiträge den Grundstein für eure Positionierung legen. Mehr zum Thema Expertenpositionierung findet ihr hier.

Einerseits kennt euch das Medium, für das ihr den Gastbeitrag geschrieben habt: Sie wissen, zu welchen Themen ihr etwas beitragen könnt. Das erhöht die Chance, dass sie sich in Zukunft bei euch melden, wenn ein redaktioneller Beitrag zu dem Thema geplant ist.

Andererseits werden auch andere Journalist:innen auf euch aufmerksam, die zu diesem Thema recherchieren. Sie sehen direkt, was euer Expertenthema ist und dass ihr euer Wissen verständlich teilen könnt. Das macht euch zur idealen Person für Interviews. 

Zuletzt haben Gastbeiträge einen praktischen Nutzen: Im Normalfall dürft ihr mindestens einen Backlink einbauen. Bei redaktionellen Beiträgen in der Presse ist das dagegen nicht immer garantiert.

Backlinks sind Links, die von einer externen Quelle auf eure Website verlinken. Diese unterstützen eure SEO-Strategie, also die Auffindbarkeit eurer Website bei Suchmaschinen wie Google. Im Bereich SEO entspricht jeder Backlink sozusagen einer Empfehlung an den Google-Algorithmus, der eure Website dann höher in den Suchergebnissen rankt.

Auch für den Bereich GEO (Generative Engine Optimization) – also die Auffindbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen – spielen Backlinks eine indirekte Rolle. Zwar nutzen KIs wie ChatGPT selbst keine Backlink-Strukturen, aber Inhalte, die in relevanten Medien erscheinen, erhöhen die Chance, dass KI-Suchsysteme diese Quellen berücksichtigen und eure Inhalte in Antworten einfließen.

Wo ihr den Link einbauen dürft und wie viele Links es sein dürfen, legt jedes Medium selbst fest. Meistens sind die Links in eurer Autorenbiografie aufgeführt.

Wie ihr einen Gastbeitrag schreiben könnt: 5 Schritte 

Um einen Gastbeitrag zu schreiben, könnt ihr immer den gleichen Schritten folgen: Welche das sind, haben wir euch hier zusammengefasst. 

1 | Ein passendes Medium finden 

Findet im ersten Schritt ein passendes Medium: Tageszeitungen und Publikumsmedien mit einer hohen Auflage sind selten an Gastbeiträgen interessiert. Es ist nicht ausgeschlossen, aber in der Regel werden ihre Inhalte von festen Journalist:innen erstellt.

Fachmedien und Special-Interest-Medien, also Medien, die sich auf ein bestimmtes Thema spezialisieren, sind dagegen eher für Gastbeiträge offen. Außerdem eignen sich kleinere Medien und Blogs (von Unternehmen oder Personen).

Ob ein Medium für Gastbeiträge offen ist, steht meistens direkt auf der Website. Schaut einfach mal nach Stichworten wie „Gastbeitrag“, „Artikel schreiben“ oder „Autor:in werden“.

Grundlegend könnt ihr aber jedem Medium, das zu eurem Thema passt, einen Gastbeitrag anbieten. Schlimmstenfalls lehnen sie ab. Bestenfalls finden sie eure Idee aber super und ihr habt eine Möglichkeit, die sonst nur wenige nutzen – weil sie sich nicht trauen, zu fragen.

2 | Thema festlegen

Sobald ihr das Medium gefunden habt, braucht ihr ein Thema für euren Gastbeitrag. Theoretisch könnt ihr über jedes Thema einen Gastbeitrag schreiben, aber zwei Themen funktionieren besonders gut:

  • Gastbeiträge, in denen ihr euer Wissen teilt (z. B. Tipps, Ideen, Anleitungen)
  • Gastbeiträge, in denen ihr eure persönliche Erfahrung teilt (z. B. Fehler, Learnings, Ereignisse)

Diese Themen eignen sich besonders gut, da die Redaktionen sie nicht selbst abdecken können. Natürlich können auch sie Beiträge über Tipps, Ideen und Anleitungen schreiben, aber sie haben in der Regel nicht eure spezielle Expertise. Und für einen Beitrag zu eurer persönlichen Erfahrung brauchen sie eure Perspektive sowieso. Achtet immer darauf, dass euer Themenvorschlag gut zum Medium passt. Gängige inhaltliche Vorgaben der Medien selbst sind, dass das Thema originell sein und zur Zielgruppe des Mediums passen muss. Einige Medien geben auch konkrete Kategorien vor, zu denen der Beitrag passen muss. Und: Euer Text darf keine Werbung enthalten.

Gastbeitrag schreiben: Infografik mit fünf Schritten zur Erstellung und Veröffentlichung eines erfolgreichen Gastbeitrags

3 | Euer Thema pitchen 

Habt ihr ein Thema gefunden, bietet ihr es der Redaktion an. Vielen Medien stellen Guidelines für Gastbeiträge zur Verfügung. Hier findet ihr meist auch die Info, an wen ihr euch wenden sollt und welche Informationen ihr einreichen müsst.

Je konkreter ihr den Themenvorschlag erklärt, desto höher sind die Chancen auf eine Kooperation. Denn Medien, die Gastbeiträge akzeptieren, erhalten in der Regel viele Anfragen. Sie suchen sich daraus die Themen aus, die am besten zu ihnen passen und die ihren Leser:innen den meisten Mehrwert bieten.

Manche Medien verlangen auch, dass ihr gleich einen fertigen Beitrag einreicht. Das ist eher unpraktisch: Denn ihr könnt einen besseren Artikel schreiben, wenn ihr bereits wisst, ob das Thema angenommen wird oder ob ihr es noch anpassen müsst.

Lasst euch davon aber nicht abhalten: Verschickt entweder trotzdem erst nur einen Themenvorschlag und stimmt diesen mit der Redaktion ab. Oder – wenn sie auf einen fertigen Beitrag bestehen – versucht es einfach. Sollte es mit dem Artikel nicht klappen, könnt ihr ihn sicherlich für ein anderes Medium verwenden oder ihn zumindest auf eurem eigenen Blog veröffentlichen.  

4 | Euren Gastbeitrag schreiben 

Bevor ihr mit dem Schreiben eines Gastbeitrags beginnt, schaut, ob die Redaktion Guidelines mit Hinweisen zu Inhalt, Aufbau und Stil bereitgestellt hat. Diese sind mal mehr und mal weniger ausführlich: Während manche Medien viele Freiheit im Aufbau und Stil des Gastbeitrags lassen, haben andere ganz konkrete Vorstellungen, die ihr beachten müsst.

Gängige Vorgaben, die ihr in Guidelines zu Gastbeiträgen findet, sind zum Beispiel:

  • Länge des Texts
  • Aufbau des Texts, z. B. Überschrift, Vorspann, Zwischenüberschriften, Beispiele, Fazit …
  • Manche Medien wünschen sich (nach Möglichkeit) auch Checklisten oder eigene Grafiken
  • Angaben, die eure Autorenbiografie beinhalten sollte
  • Welche und wie viele Links erlaubt sind
  • Sollt ihr die Leser:innen direkt ansprechen?
  • Sollt ihr die Leser:innen duzen oder siezen?

Eine weitere Vorgabe, die ihr oft findet, ist Exklusivität: Das bedeutet, dass euer Gastbeitrag nur bei diesem einen Medium erscheinen darf. So wollen die Redaktionen vermeiden, dass ein und derselbe Text auf mehreren Websites erscheint.

Schaut euch neben den Guidelines außerdem noch ein paar aktuelle Beiträge auf der Website an. So seht ihr direkt, in welchem Ton und Aufbau in diesem Medium geschrieben wird und könnt euch damit unnötige Korrekturschleifen ersparen.

5 | Korrektur und Veröffentlichung 

Ist der Gastbeitrag fertig, schickt ihr ihn an das Medium: Er wird dann entweder direkt veröffentlicht, von der Redaktion bearbeitet oder mit Feedback zurückgeschickt.

In der Regel informieren Redaktionen euch, wenn ein Gastbeitrag veröffentlicht wurde. Kontrolliert am Tag der Veröffentlichung, ob der Text korrekt ist und auch alle Links enthält, die ihr mit der Redaktion vereinbart habt.

Bedankt euch am Ende bei der Redaktion für die gute Zusammenarbeit. Schließlich wollt ihr gut im Gedächtnis bleiben und vielleicht mal wieder einen Beitrag schreiben oder die Möglichkeit auf einen anderen Artikel bekommen.

Liste: 40 Medien, in denen ihr einen Gastbeitrag schreiben könnt

Hier findet ihr einige Medien, die für Gastbeiträge offen sind: