Viele Gründer:innen wollen mit ihrem Start-up in den Medien präsent sein – gerne möglichst schnell und möglichst groß. Doch die Realität sieht oft anders aus: Journalist:innen ignorieren ihre E-Mails, Pressemitteilungen verschwinden ungelesen im Nirwana und die erhoffte Aufmerksamkeit bleibt aus. Die gute Nachricht: PR für Start-ups funktioniert – denn ihr müsst nicht Adidas, Lufthansa oder Gucci sein, um für die Presse interessant zu sein. Aber ihr müsst es richtig angehen.
In diesem Beitrag erfahrt ihr, warum PR für Start-ups wichtig ist, wann ihr am besten damit startet und welche Tipps euch helfen, wirklich in die Medien zu kommen.
- Warum PR für Start-ups unverzichtbar ist
- Der richtige Zeitpunkt für PR
- Tipps, um in die Presse zu kommen
- Diese Fehler solltet ihr bei eurer PR für Start-ups vermeiden
- Fazit PR für Start-ups
Warum PR für Start-ups unverzichtbar ist
Gerade in den ersten Jahren entscheidet sich, ob ein Start-up sichtbar wird oder im Trubel der Konkurrenz untergeht. Marketing und Social Media sind wichtige Kanäle, aber sie reichen nicht aus, um langfristig Vertrauen aufzubauen.
Hier kommt PR ins Spiel. PR für Start-ups bringt folgende Vorteile:
- Glaubwürdigkeit: Ein Artikel in einem Fachmedium oder eine Erwähnung in einer großen (Online-)Zeitung ist vertrauenswürdiger als jede Werbeanzeige.
- Reichweite: Medienberichte eröffnen euch Zugang zu Zielgruppen, die ihr mit eurem eigenen Content nicht erreicht – und das ohne zusätzliches Werbebudget.
- Relevanz: Journalist:innen filtern Themen, die gesellschaftlich oder wirtschaftlich wichtig sind. Wenn euer Start-up Teil davon wird, zeigt ihr: Wir sind mehr als nur ein Produkt.
- Langfristige Wirkung: PR ist kein schneller Verkaufskanal. Ein Beitrag über euch in den Medien wirkt jedoch nach, stärkt euer Image und zahlt dauerhaft auf eure Marke ein.
Kurz gesagt: PR macht euer junges Unternehmen sichtbarer – und zwar auf eine Weise, die nachhaltig wirkt.
Dabei darf PR allerdings nicht mit Werbung verwechselt werden. Zwar fallen beide Disziplinen in den Bereich Marketing, dennoch unterscheiden sie sich grundlegend voneinander. Die wichtigsten Unterschiede könnt ihr in diesem Blogbeitrag nachlesen: PR vs. Werbung: PR ist keine kostenlose Werbung. Was PR stattdessen leisten kann.
Der richtige Zeitpunkt für PR
Wann ist für Start-ups der richtige Zeitpunkt für PR? Mit der Pressearbeit zu starten, obwohl ihr noch gar nichts zu erzählen habt, ist wenig sinnvoll. Wenn ihr noch mitten in der Produktentwicklung steckt, gibt es in den meisten Fällen einfach keine Story. Ausnahmen bestätigen die Regel (insbesondere bei sehr innovativen Produkten).
Aber allgemein gilt: Journalist:innen brauchen Themen, die relevant und greifbar sind.
Beginnt ihr andererseits erst Jahre nach eurer Gründung, habt ihr wertvolle Chancen verschenkt. Denn gerade in der Anfangszeit ist Sichtbarkeit wichtig, um Kund:innen, Investor:innen oder auch Mitarbeiter:innen zu gewinnen – und Redaktionen begleiten gern den Wachstum interessanter Unternehmen.
Der Sweet Spot: Beginnt mit eurer PR, sobald ihr einen ersten Meilenstein erreicht habt.
Das kann zum Beispiel sein:
- euer offizieller Marktstart
- eine spannende Finanzierung
- ein erfolgreich abgeschlossenes Pilotprojekt
- ein gesellschaftlich relevantes Thema, das ihr adressiert
So habt ihr etwas, woran sich eine Story knüpfen lässt, und könnt eure Sichtbarkeit von Anfang an strategisch aufbauen.
Tipps, um in die Presse zu kommen
Pressearbeit ist kein Hexenwerk, aber sie folgt ihren eigenen Regeln. Die folgenden Tipps helfen euch, die ersten Schritte erfolgreich zu meistern.

1. PR für Start-ups: Wählt das richtige Thema
Für erfolgreiche Pressearbeit braucht ihr als Start-up ein pressefähiges Thema. Grundsätzlich gibt es drei übergeordnete Themenbereiche, die sich für die Presse bewährt haben: Expertise, News und eure persönliche Geschichte.
Stellt zum Beispiel folgende Fragen:
- In welchem Bereich sind wir echte Expert:innen und können der Leserschaft einen echten Mehrwert bieten?
- Welches Problem lösen wir und warum ist das gerade jetzt relevant?
- Welche Trends oder Entwicklungen greifen wir auf?
- Haben wir Daten, Einblicke oder Learnings, die für die Branche bzw. die Leser:innen spannend sind?
Ein Beitrag mit dem Titel „Darum interessiert sich die Presse nicht für dich“ haben wir für deutsche-startups geschrieben. Dort bekommt ihr detaillierte Infos zu den drei genannten Story-Typen und wie ihr sie für euch umsetzen könnt.
2. Verbannt alle Werbebotschaften
Eine Redaktion ist nicht euer verlängerter Marketing-Arm. Werbebotschaften und Selbstdarstellung könnt ihr aus einer E-Mail an eine Redaktion streichen. PR funktioniert nur, wenn ihr Inhalte liefert, die auch für die Leser:innen des Mediums interessant sind. Denkt in erster Linie an den klaren Nutzen und nicht an eure Verkaufszahlen.
Ihr wollt wissen, wie ihr es schafft, als Expert:innen in den Medien zu erscheinen und warum das überhaupt wichtig ist? Diese Fragen beantworten wir in einem ausführlichen Blogbeitrag: Expertenpositionierung: Als Expert:innen in den Medien erscheinen
3. Schreibt persönlich statt in Serie
Massenmails mit der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren” landen sofort im Papierkorb. Wählt stattdessen gezielt die Medien und Journalist:innen aus, die zu eurem Thema passen, und stellt in der E-Mail den Bezug zwischen eurem Thema und der Arbeit der Journalist:innen her. Dieser persönliche Bezug erhöht die Chancen, dass eure E-Mail auch (über den ersten Satz hinaus) gelesen wird.
4. Optimiert euer Timing
Der folgende Tipp klingt banal, kann aber das Zünglein an der Waage sein: Es ist hilfreich beim Kontakt mit Redaktionen Wochentage und Uhrzeiten im Blick zu haben. Montagmorgens um 9 Uhr quillt jedes Postfach über. Verschickt eure E-Mails am besten werktags zwischen 9 und 15 Uhr und nicht direkt nach oder vor einem langen Wochenende.
Denkt auch daran, dass manche Themen nur zu bestimmten Jahreszeiten oder zur aktuellen Nachrichtenlage passen.
Eine E-Mail an eine Redaktion muss überzeugen! Es ist gar nicht so schwer, eine E-Mail zu schreiben, die schnell und gezielt überzeugt. Wie das geht, könnt ihr noch einmal in dem Beitrag „Pressarbeit für StartUps: 7 Tipps, damit Journalisten deine E-Mails wirklich lesen“, den wir für Startup Wissen geschrieben habe, nachlesen.
Diese Fehler solltet ihr bei eurer PR für Start-ups vermeiden
Damit ihr euch euren PR-Start nicht selbst verbaut, hier die klassischen Fehler, die ihr unbedingt vermeiden solltet:
- Zu werblich: Pressemitteilungen und Themenvorschläge, die wie eine Produktbroschüre klingen, werden sofort aussortiert.
- Falsche Medien: Wer Lifestyle-Redaktionen mit Tech-Themen bombardiert, landet sofort im digitalen Papierkorb.
- Keine klare Botschaft: Wenn selbst ihr nicht in einem Satz sagen könnt, worum es geht, wird es für Journalist:innen erst recht schwierig.
- Unrealistische Erwartungen: PR ist kein Turbo für Umsätze über Nacht. Es geht um Vertrauen und Sichtbarkeit – die Früchte erntet ihr langfristig.
Wusstet ihr, dass Pressemitteilungen nach wie vor zu den beliebtesten PR-Instrumenten zählen? Doch wie sieht eine gute Pressemitteilung aus? Das könnt ihr in diesem Blogbeitrag nachlesen: Pressemitteilung: Aufbau, Inhalt und Stil.
Fazit PR für Start-ups
Viele Gründer:innen denken, dass PR erst wichtig wird, wenn das Unternehmen größer ist. Ein Irrtum! Richtig eingesetzt ist PR für Start-ups ein guter Weg, um Vertrauen aufzubauen und nachhaltig sichtbar zu werden.
Das Wichtigste dabei: Fangt nicht blind an, sondern wählt den richtigen Zeitpunkt, die passende Story und die relevanten Medien. Dann habt ihr die besten Chancen, dass Journalist:innen wirklich über euch berichten und euer Start-up die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.