fbpx

Medienresonanzanalyse: Was du messen solltest und warum

Medienresonanzanalyse: Was Du messen solltest und warum

Die Analyse deiner Medienarbeit ist vielleicht nicht die kreativste Tätigkeit in der PR, was sie aber nicht weniger wichtiger macht. Neben einer laufenden Medienresonanzanalyse solltest du auch alle paar Monate (oder spätestens am Ende des Jahres) Zeit in eine umfassende Analyse deiner Arbeit investieren.

In diesem Beitrag schauen wir uns die Medienresonanzanalyse genauer an, die aus zwei Gründen wichtig ist:

  • Eine gute Analyse liefert dir wichtige Informationen für die Zukunft deiner PR-Arbeit. Es ist wichtig zu wissen, wer wann was über dich und dein Unternehmen veröffentlicht. Dadurch, dass du deine PR messbar machst, siehst du wie eure Themen in der Vergangenheit von den Medien aufgenommen wurden, kannst Fehler in der Zukunft vermeiden und Ideen für neue Kampagnen entwickeln.
  • Zudem dient ein Reporting als Erfolgskontrolle und kann ein Leistungsnachweis sein. Im Gegensatz zu anderen Berufen, ist nicht alles, was PR-Manager*innen machen, immer in Zahlen belegbar. Mit einem Reporting kontrollierst du, ob du deine gesteckten Ziele erreicht hast.

Wichtig ist dabei, sich vorab zu überlegen, was das Reporting beinhalten soll und warum. Denn: Nicht alles was gemessen werden kann, muss auch immer gemessen werden. Sonst kommt man schnell an einen Punkt, an dem Reporting wirklich nur noch lästige Fleißarbeit ist.

Im Folgenden zeige ich dir ein paar Messwerte, die Teil deiner Medienresonanzanalyse sein können. Ein paar davon dürfen meiner Meinung nach nicht fehlen, bei den meisten musst du aber selbst entscheiden, was dir wichtig ist. Überlege dir gut, welche Ziele du mit deiner Analyse erreichen willst und erstelle auf dieser Basis deine eigene Übersicht, z.B. in Excel.

Was in keiner Medienresonanzanalyse fehlen darf

1 | Datum

Fangen wir mit den Basics an: Wann wurde der Beitrag veröffentlicht? Anhand des Veröffentlichungsdatums siehst du auf einen Blick wie oft du in den Medien präsent bist. Idealerweise kannst du so auch mitverfolgen, wie immer mehr über dich berichtet wird.

Medienresonanzanalyse Datum

Du siehst aber auch, in welchen Zeiträumen weniger berichtet wurde: Fällt dir eine solche Lücke auf, versuche herauszufinden, woran das liegt. Vielleicht hast du in diesem Zeitraum weniger aktive Medienarbeit betrieben und das ist die natürliche Resonanz darauf. Vielleicht waren aber auch deine Themen für die Medien nicht interessant oder ein externer Faktor hat die Medienlandschaft beeinflusst? Du wirst nicht bei jeder Flaute herausfinden können, woran es genau lag, aber du solltest es immer versuchen.

2 | Name des Mediums

Kurz und knackig: Welches Medium hat über dich und dein Unternehmen berichtet?

3 | Titel des Beitrags

Ebenfalls schnell erklärt: Was ist der Titel des Beitrags? Online-Artikel würde ich außerdem direkt in der Übersicht verlinken und Print-Beiträge (PDF oder Original) in einem Ordner ablegen.

So findest du Beiträge schnell wieder und kannst sie zu jeder Zeit nochmal anschauen. Das ist vor allem interessant, wenn ein Artikel erscheint, bei dem der/die Journalist*in nicht vorab mit dir gesprochen hat. Wenn du für eine spätere Kampagne auf der Suche nach Journalist*innen zum Pitchen bist, hast du bei jemanden, der oder die sich schon einmal mit deinem Unternehmen beschäftigt hat, gute Chancen. Vorausgesetzt der Artikel war nicht komplett negativ – mehr dazu in Punkt 12.

Bedank dich in jedem Fall für den Beitrag, um eine gute Beziehung aufzubauen. Hier findest du noch weitere Tipps für eine gute Zusammenarbeit mit der Presse.

4 | Thema/Projekt

Wovon handelt der Artikel? Da du den Beitrag in deine Medienresonanzanalyse aufnehmen willst, ist klar, dass es (in Teilen) um dich oder dein Unternehmen geht. Aber noch interessanter ist es zu wissen, welches deiner Themen oder Projekte genau aufgegriffen wurde. Geht es zum Beispiel um dich als Arbeitgeber, um dein Produkt / deine Dienstleistung oder hast du eine besondere Kampagne geführt?

Leg jedes Thema und Projekt in einem Dropdown an und ordne es den Veröffentlichungen zu. So kannst du im Nachgang ganz einfach analysieren was mehr/weniger und besser/schlechter von den Medien aufgenommen wurde.

5 | Entstehung

Wie in Punkt 3 schon erwähnt, wirst du manchmal auf Beiträge stoßen, in denen du einfach erwähnt wirst. Das passiert zum Beispiel, wenn Medien auf Informationen von deiner Website zurückgreifen.

Oftmals kommen Journalist*innen während ihrer Recherche aber auch auf dich zu und fragen nach weiteren Informationen oder einem Interview. Während du bei solchen Anfragen eher reagierst, kannst du auch aktiv auf die Medien zu gehen und Themen pitchen.


In diesem Beitrag erfährst du mehr über den Unterschied zwischen agierender und reagierender Medienarbeit.


Dokumentiere die Entstehung von Beiträgen in deiner Medienresonanzanalyse. Die drei genannten Szenarien kannst du beispielsweise als „Erwähnung“, „Presseanfrage“ und „Pitch“ in einem Dropdown festlegen und gegebenenfalls weitere Kategorien hinzufügen. So siehst du, wie hoch das externe Interesse an dir und deine Unternehmen ist und wie erfolgreich deine aktive Medienarbeit verläuft.


Diese fünf Messwerte bilden eine gute Basis für deine Medienresonanzanalyse. Du weißt wann, wo und zu welchem Thema berichtet wurde, wie die Beiträge entstanden sind und kannst jederzeit auf sie zugreifen. Für eine umfassende Analyse kannst du dir das Medium und den Beitrag noch genauer anschauen.


Analyse des Mediums

6 | Art des Mediums

In welcher Art von Medium ist der Beitrag über dich erschienen? Handelt es sich um eine Tageszeitung, ein Wirtschaftsmagazin, einen Blog oder eine Fachzeitschrift? Oder ist es ein Beitrag im Radio oder Fernsehen? Dies ist vor allem interessant, wenn du dir vorgenommen hast, in bestimmten Medien präsenter zu werden. Zum Beispiel willst du pro Monat in zwei Fachmagazinen deiner Branche veröffentlicht werden oder mehr Radiointerviews geben.

Medienresonanzanalyse Art des Mediums

7 | Auflage oder Monthly Visits

Neben der Art des Mediums ist auch interessant zu sehen, welche potentielle Reichweite der Beitrag hatte. Ich sage hier bewusst potentiell, denn wie viele Menschen den Beitrag über dich wirklich gelesen, gehört oder gesehen haben, wirst du nicht herausfinden können. Einen guten Hinweis, um die potentielle Reichweite eines Mediums einordnen zu können, bieten die Auflage (bei Print-Medien), die Monthly Visits (Online) oder Angaben zu den Zuschauer*innen/Zuhörer*innen (TV/Radio).

Die durchschnittlichen Zuhörer*innen/Zuschauer*innen oder die Auflage, also wie oft ein bestimmtes Medium gedruckt wurde, findest du in den Mediadaten oder über eine kurze Google-Recherche. Wie viele Besucher*innen eine Website im Durchschnitt hat, kannst du auf Seiten wie SimilarWeb oder Mustat nachschauen.

Solche Zahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen: Wie schon erwähnt, ist das nur eine potentielle Reichweite, denn nicht jeder* Besucher*in einer Website wird auch den Beitrag über dich lesen. Zudem ist die reine Größe eines Mediums nicht entscheidend. Es kommt viel mehr darauf an, welche Zielgruppe du mit deiner Kommunikation erreichen willst. Je nach dem ist ein Beitrag in einer Fachzeitschrift mit einer kleinen Auflage wertvoller für dich als ein Artikel in einer großen Tageszeitung.

8 | Sprache & Land

Hier kommt es ganz darauf an, in wie vielen Ländern du überhaupt Medienarbeit betreibst. Wenn du hauptsächlich in Deutschland aktiv bist, werden auch die meisten Beitrage auf Deutsch und in Deutschland veröffentlicht werden. Wenn du aber beispielsweise in der ganzen DACH-Region, Europa oder sogar weltweit mit Medien zusammenarbeitest, ist es interessant zu sehen, wie erfolgreich deine Arbeit in den unterschiedlichen Ländern ist.

Medienresonanzanalyse Region

Analyse des Beitrags

9 | Art des Beitrags

Neben dem Medium, kannst du auch den Beitrag weiter analysieren. Ein möglicher Wert für deine Medienresonanzanalyse ist die Art des Beitrags. Wurdest du in einer Kurzmeldung erwähnt, gab es eine ganze Reportage über dein Unternehmen oder hast du ein Interview gegeben? Nimm zusätzlich auch Gastbeiträge, also von dir verfasste Artikel, in die Medienresonanzanalyse auf.

10 | Größe des Beitrags

Wie groß ist der Beitrag? Ist es nur eine kleine Randmeldung oder eine lange Titelstory? Ist der Radio-/TV-Beitrag nur zwei oder fünf Minuten lang?

In diesem Zusammenhang hast du vielleicht schon vom Medienäquivalenzwert gehört. Dieser gibt an wie hoch die Kosten eines Beitrags gewesen wären, wenn man in der gleichen Größe eine Werbung in diesem Medium geschalten hätte. Insbesondere Agenturen berechnen diesen Wert gerne, um ihren Kund*innen zu zeigen, wie viel sie durch die PR-Arbeit „gespart“ haben.

Meiner Meinung nach ist dieser Vergleich absolut sinnlos. Ein journalistischer Beitrag kann nicht einfach mit einer Werbung verglichen werden und hat demnach auch nicht den gleichen Wert. Während eine Werbung immer positiv sein wird, da dafür bezahlt wurde, genießen journalistische Beiträge eine höhere Glaubwürdigkeit und sprechen die Leser, Zuschauer und Zuhörer anders an.


In diesem Beitrag findest du weitere Gründe, wieso dein Unternehmen eine PR-Strategie braucht.


11 | Anteil im Beitrag

Wichtiger als die reine Größe des Beitrags ist dein Anteil in einem Beitrag. Denn was bringt dir eine vierseitige Reportage, wenn du nur in einem Nebensatz erwähnt wirst? Trage hier entweder einen groben Prozentwert in deine Analyse ein oder erstelle verschiedene Kategorien. Diese könnten beispielsweise von „erwähnt“ über „gering“ und „mehrheitlich“ bis „komplett“ reichen.

12 | Ton des Beitrags

In welchem Ton wird in dem Beitrag über dich und dein Unternehmen gesprochen? Werden Informationen neutral wiedergegeben oder wirst du positiv bzw. negativ beurteilt? Schau dir vor allem die negativen Beiträge genauer an. Vielleicht kannst du offen mit dem/der Journalist*in sprechen und Stellung zur Kritik zu nehmen. Das wird aber nicht immer möglich sein und ist auch nicht immer sinnvoll. Behalte negative Berichterstattung aber in jedem Fall im Auge, um mögliche Auswirkungen früh zu erkennen.

Medienresonanzanalyse Ton

13 | Backlinks

Das Generieren von Backlinks, also Links von externen Quellen auf deiner Website, ist wichtiger Teil einer SEO-Strategie und Medienarbeit spielt dabei eine große Rolle. Google stuft Websites auf die viel verlinkt wird als relevanter und vertrauenswürdiger ein und zeigt sie in den Suchergebnissen dementsprechend weiter oben an.

14 | Bilder & Grafiken

Das ist vor allem interessant, wenn du Journalist*innen eigenes Bildmaterial für Beiträge zur Verfügung stellst. Greifen sie auf deine Bilder und Grafiken zurück oder erstellen sie lieber eigenes Material? So kannst du besser analysieren, welches Bildmaterial du in Zukunft erstellen solltest.

15 | Social Media Interaktionen

Zu guter Letzt kannst du auch analysieren, ob das Medium den Beitrag über dich auf Social Media teilt und wie er dort aufgenommen wird. Wird ein Beitrag in den sozialen Medien geteilt, kann sich schnell eine Diskussion entwickeln. Beobachte diese auf jeden Fall und bring dich im besten Fall sogar in die Unterhaltung ein.

Social Media Interaktionen

Hast du schon mal eine Medienresonanzanalyse gemacht und welche Werte sind dir dabei am wichtigsten bzw. worauf kannst du verzichten? Analysierst du vielleicht etwas, das ich hier gar nicht erwähnt habe? Ich würde mich freuen, in einem Kommentar von dir zu hören!

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin