26. Januar 2026

PR auf Erfolgsbasis: Warum Garantien für Artikel unseriös sind

Immer wieder erreicht uns die Frage, ob wir PR auf Erfolgsbasis anbieten. Und auch in Erstgesprächen werden wir hin und wieder gefragt, wie viele Artikel wir im Rahmen einer Zusammenarbeit garantieren können. So nachvollziehbar die Frage auch ist, so schwer ist sie zu beantworten.

Natürlich gibt es Themen, in denen wir mehr oder weniger Potenzial für Beiträge in der Presse sehen: Diese Einschätzung kommunizieren wir in den Erstgesprächen offen und ehrlich. Aber redaktionelle Beiträge zu garantieren, ist nicht möglich – denn die letztendliche Entscheidung über einen Beitrag liegt nicht in unserer Hand.

Tatsächlich halten wir PR auf Erfolgsbasis und Garantien für Artikel in einigen Fällen sogar für unseriöse Angebote. Wieso, erfahrt ihr in diesem Beitrag!

Garantiert in den Medien?

Eine kurze Recherche zeigt, dass die meisten PR-Kolleg:innen nichts von Erfolgsgarantien halten. Nur wenige thematisieren die Frage direkt auf ihrer Website, machen aber auch keine Versprechen.

Eine Berliner Agentur geht offen darauf ein. Auf die Frage, ob sie Veröffentlichungen in Zielmedien garantieren können, antworten sie: „Selbstverständlich würden wir das sehr gerne tun, allerdings wäre dies unseriös.“ Ebenfalls als „unseriös“ bezeichnet eine weitere Agentur-Inhaberin Erfolgsgarantien in einem Beitrag im impulse Magazin. Dieser Meinung schließen wir uns an – und erklären euch gern wieso.

Wie PR und Journalismus zusammenarbeiten

Um zu verstehen, wieso Erfolgsgarantien unseriös sind, müsst ihr wissen, wie PR-Profis und Journalist:innen zusammenarbeiten. Das lässt sich am besten an offiziellen Richtlinien zeigen:

Die Zusammenarbeit zwischen PR und Journalismus ist nämlich klar geregelt, zum Beispiel in der Richtlinie PR und Journalismus vom Deutschen Rat für Public Relations (DRPR). So gehört es zu den Aufgaben der PR „den Medien redaktionelle Inhalte und Themen anzubieten“, aber die Journalist:innen „wählen Themen und Inhalte aus“ und „entscheiden über Art und Umfang ihrer Veröffentlichung.

Das bedeutet: Eine PR-Agentur bietet den Redaktionen Themen an, aber die Entscheidung über die Veröffentlichung liegt immer bei den Medien. Eine Garantie kann nicht gegeben werden, da diese die Pressefreiheit einschränken würde.

PR auf Erfolgsbasis: Infografik zur Zusammenarbeit von Public Relations und Journalismus mit Schnittmenge Medienberichterstattung

Erfolgsgarantien sind verboten

Explizit den Erfolgsgarantien widmet sich der Code de Lisbonne. Das ist der Europäische Kodex für ein professionelles Verhalten in der Öffentlichkeitsarbeit. In Artikel 10 heißt es:

Public Relations-Fachleute dürfen keine vertraglichen Vereinbarungen eingehen, in denen sie ihrem Auftrag- oder Arbeitgeber meßbare [sic!] Erfolgsgarantien abgeben.

Bei Verstoß leitete der Deutsche Rat für PR in der Vergangenheit auch schon Verfahren wegen unzulässiger Erfolgsgarantien ein. Zwar ist der Kodex offiziell nur für die Mitglieder der Deutschen Public Relations Gesellschaft e.V. (DPRG) verpflichtend. Doch um das Ansehen der PR-Branche zu wahren und eine gute Zusammenarbeit zwischen PR und Journalismus zu ermöglichen, sollten alle PR-Schaffenden sich an ihm orientieren. Wir tun das auf jeden Fall.

Was die Pressefreiheit für euch bedeutet

Tatsächlich profitiert auch ihr von der Pressefreiheit. Erst einmal durch die Tatsache, dass ihr in einem Land mit Pressefreiheit lebt – ein Luxus, den nicht alle Menschen genießen.

Doch die Pressefreiheit macht Beiträge über euer Unternehmen auch wertvoller! Gerade weil es keine Garantien gibt, sind Beiträge in der Presse ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Es bedeutet, dass ihr etwas zu bieten habt (z. B. Expertise oder Neuigkeiten), das aus Sicht der Medien für die Öffentlichkeit relevant ist. Relevant genug, um kostenlos und aus freien Stücken darüber zu berichten.

PR auf Erfolgsbasis und Erfolgsgarantien als Lockmittel

Immer wieder kommt es vor, dass PR-Agenturen oder Freelancer:innen Kund:innen mit Erfolgsgarantien anwerben und die Erwartungen entweder gar nicht, oder auf eine Art und Weise erfüllen, die nichts mit Pressearbeit zu tun hat, also nichts mit redaktionell erschienenen Beiträgen.

Wichtig an dieser Stelle: Wir sagen nicht, dass alle PR-Agenturen, die Erfolgsgarantien geben, so arbeiten. Doch uns sind die jeweiligen Praktiken, z. B. aus früheren Angestelltenverhältnissen, bekannt.

PR-Portale 

Beispielsweise gibt es eine Reihe von PR-Portalen, auf denen Meldungen kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr veröffentlicht werden können. Für Laien sehen einige dieser Portale aus wie „normale“ Online-Magazine oder Blogs. Es handelt sich nicht um tatsächliche redaktionelle Veröffentlichungen – ist jedoch leicht, 20 „Beiträge“ zu veröffentlichen.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, PR-Portale für die Pressearbeit zu nutzen. Doch sie sollten nicht als Beiträge gezählt werden und für das Einstellen von Meldungen benötigt ihr keine professionelle PR-Unterstützung. Auf welchen Portalen ihr eure Pressemitteilung selbst einstellen könnt und worauf ihr dabei achten solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Getarnte Werbung

Eine weitere Möglichkeit für „garantiere Artikel“ sind Advertorials. Das sind Werbeanzeigen, die in Aufmachung und Ton einem Artikel gleichen. Tatsächlich sind die Texte aber von Werbe- oder PR-Fachleuten geschrieben und bezahlt in den Medien platziert. Daher müssen sie auch für die Leser:innen gut erkenntlich als Werbung gekennzeichnet werden, um Schleichwerbung zu vermeiden. Seriöse Medien kommen dieser Kennzeichnungspflicht immer nach – leider ist dies nicht überall der Fall.

Ähnlich wie bei den PR-Portalen spricht grundlegend nichts gegen Advertorials. Gerade bei der Zusammenarbeit Branchen- und Fachmedien können sie eine gute Ergänzung zu redaktionellen Beiträgen sein. Aber sie dürfen Kund:innen keinesfalls als das redaktionelle Beiträge verkauft werden. Advertorials sind Werbeanzeigen und haben so eine ganz andere Wirkung auf eure Zielgruppe als ein redaktioneller Beitrag.


Mehr über die Unterschiede und verschiedene Wirkung von PR und Werbung erfahrt ihr hier.


Keine PR auf Erfolgsbasis: Lohnt sich eine Agentur überhaupt?

Wenn ihr keine Artikel garantiert bekommt … lohnt es sich dann überhaupt mit PR-Agenturen oder Freelancer:innen zusammenzuarbeiten? Ja. Wieso erfahrt ihr jetzt.

Was PR-Profis euch garantieren können

PR-Profis kennen die Medienwelt sehr gut und wissen, welche Geschichten funktionieren. Sie finden passende Themen über euch und euer Unternehmen, bereiten diese für die Medien auf und bieten sie ihnen an. Zudem wissen sie, wie sie Medien und Journalist:innen finden, die sich für eure Themen interessieren oder können auf bestehende Kontakte zurückgreifen. All das steigert eure Chance auf eine Veröffentlichung immens.

Was PR-Profis euch nicht garantieren können

Was auch PR-Profis nicht wissen, ist: Arbeitet die Redaktion bereits an einem Beitrag zu eurem oder einem ähnlichen Thema? Passt das Thema gerade einfach nicht in den Plan? Ist die Redaktion aktuell unterbesetzt und muss nicht-dringliche Themen aus Kapazitätsgründen ablehnen? Diese Faktoren können auch wir als PR-Agentur nicht beeinflussen.

Fazit: Wir bieten keine PR auf Erfolgsbasis

Klar ist, einfachpr bietet keine PR auf Erfolgsbasis und wir garantieren auch keine Artikel. Wir arbeiten offen und ehrlich mit unseren Kund:innen zusammen und teilen unsere Einschätzung zu eurem Presse-Potential. Für die Zeit unserer Zusammenarbeit könnt ihr euch darauf verlassen, dass wir alles Mögliche tun, um euch und euer Unternehmen in der Presse unterzubringen. Wenn ihr wissen möchtet, wie das für unsere bisherigen Kund:innen funktioniert hat, schaut gern hier unsere Referenzen an.