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Für wen ist Personal Branding sinnvoll?

Für wen ist Personal Branding sinnvoll

Personal Branding ist das aktuelle Buzzword der Kommunikationsbranche. Sich selbst zur Marke machen und dadurch erfolgreicher werden, klingt auch einfach zu verlockend! Aber braucht jeder Mensch heute eine Personal-Branding-Strategie?

Die Entscheidung für oder gegen den Aufbau einer Marke ist für Unternehmen und Personen ähnlich: Braucht eine Dorf-Bäckerei eine Markenstrategie? Eher nicht. Mit etwas Glück ist es sowieso die einzige Bäckerei vor Ort und braucht sich um Kundschaft keine Sorgen machen.

Wie sieht es aber in einer Stadt mit mehreren Bäckereien aus? Hier haben die Kund*innen die Wahl und während manche sich ihre Brötchen sicherlich einfach in der nächstgelegenen Bäckerei holen, sind andere bereit, für ihre Lieblingsbäckerei ein Stück weiter zu laufen. Die Lieblingsbäckerei muss aber gar nicht unbedingt bessere Brötchen machen – sie muss sie aber auf jeden Fall besser vermarkten!

Brot Marketing

Sobald es Konkurrenz gibt, ist es eine starke Marke hilfreich – das gilt für Unternehmen wie für Personen. Im Berufsleben sind wir alle von Konkurrenz umgeben und es ist für die Karriere nützlich, aus der Masse herauszustechen.

Grundlegend ist Personal Branding daher sinnvoll für alle, die eines oder mehrere der folgenden Ziele erreichen wollen:

  • Eine Nische für sich besetzen und als Expert*in wahrgenommen werden
  • Bekannter werden
  • Eine positive Reputation aufbauen
  • Interessanter werden für Geschäftspartner*innen, Kund*innen oder Arbeitgeber
  • Werte vermitteln und andere dazu anregen, Themen neu zu denken

Du willst zur Personal Brand werden, aber weißt nicht so richtig, wo du anfangen sollst? Hier findest du Tipps, wie du PR für dich selbst machen kannst!


Personal Branding für Angestellte

Wie eben erwähnt, sind die meisten Arbeitnehmer*innen ständig von Konkurrenz umgeben. Damit meine ich nicht die Angestellten, die gerne 40 Jahre den gleichen Job machen. Wer nicht will, muss seine Comfort Zone nicht verlassen und kann in vielen Unternehmen sicherlich lange ein gemütliches Leben führen.

Wenn du dich allerdings beruflich weiterentwickeln willst, hilft eine starke Personal Brand dir bei diesem Ziel. Recruiter und Headhunter erkennen schneller, wo deine Expertise liegt und für welche Stellen du in Frage kommst. Wer regelmäßig eigenen Content auf Social Media, einem Blog oder als Gastautor*in für Fachmagazine verfasst, wird auch von Suchmaschinen besser gefunden. So können potentielle Arbeitgeber von selbst auf dich aufmerksam werden: Stell dir vor, in einem Unternehmen wird eine Stelle frei. Wie cool wäre es bitte, wenn die Personalabteilung von selbst auf dich zukommen, da du als Expert*in bekannt bist und sie dich schon vor einem Gespräch für den/die ideale*n Kandidat*in halten.

Personal Branding Bewerbung

Auch wenn du nicht auf Jobsuche bist, unterstützt eine Personal Brand deine Karriere. Übernimm innerhalb des Unternehmens eine Expertenrolle und werde die Person, an die alle sich für ein bestimmtes Thema wenden. Stelle sicher, dass das im Unternehmen bekannt ist, indem du dein Wissen in Meetings teilst und regelmäßig Impulse setzt. Dies qualifiziert dich für neue, anspruchsvolle Projekte und du kannst deinen Expertenstatus nutzen, um Beförderungen und Gehaltserhöhungen zu verhandeln.

Gründer*innen und Freelancer

Es gibt zwei Extreme von Gründer*innen: Die, die ständig das Scheinwerferlicht suchen und die, die ausschließlich das Produkt für sich sprechen lassen wollen. Der Mittelweg funktioniert jedoch am besten. Ein schlechtes Produkt kann sich langfristig nicht hinter einer Personal Brand verstecken. Eine gute Personal Brand kann aber helfen, ein unbekanntes Produkt schneller auf dem Markt zu etablieren.

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Gerade am Anfang haben Startups oft weniger Reichweite als der oder die Gründer*in selbst. Eine authentische Personal Brand verhilft dem Unternehmen zu mehr Bekanntheit und schnellerem Wachstum. Gründer*innen, die als Expert*innen wahrgenommen werden, erhöhen automatisch das Vertrauen in das neue Produkt oder die angebotene Dienstleistung. Zudem macht eine Personal Brand dich auch interessanter für die Medien. Wenn du mit ihnen über deine Person und persönliche Motivation sprichst, führen die Berichte in den meisten Fällen auch zu deinem Startup.

Die gleichen Gründe sprechen für eine Personal Brand für Freelancer und (selbstständige) Berater*innen: Unternehmen stehen oft vor der Wahl, mit wem sie für ein Projekt zusammenarbeiten wollen. Wenn dein Name in der Branche bereits bekannt ist, kannst du nicht nur mit mehr Aufträgen rechnen, sondern auch höhere Preise abrufen.

Personal Branding für CEOs

Neben den Gründer*innen ist der oder die CEO das wichtigste Gesicht eines Unternehmens. Öffentliche Aussagen eines CEOs haben großes Gewicht, aus welchem Grund viele sich eher zurückhalten und ausschließlich über die Presseabteilung kommunizieren. Das ist aber eine vertane Chance, die Öffentlichkeit auf einem weiteren Weg anzusprechen und über eine starke Personal Brand eine persönliche Verbindung zum Unternehmen aufzubauen.

Das Stichwort lautet Social CEO! Social CEOs sind in (mehreren) sozialen Netzwerken aktiv, posten regelmäßig und interagieren mit ihren Follower*innen. Dabei beschränken sie sich nicht auf Neuigkeiten aus dem Unternehmen, sondern teilen auch eigene Erfahrungen und persönliche Meinungen.

Ein tolles Beispiel für eine Social CEO war Lea-Sophie Cramer, die Gründerin und Geschäftsführerin von AMORELIE (seit Ende 2019 ist sie nicht mehr als CEO aktiv, sondern wechselte in den Beirat). Auf LinkedIn, in Podcasts und Interviews positioniert sie sich als Expertin für E-Commerce und die Liebesbranche und macht sich unter anderem für Female Leadership stark. Sie gibt persönliche Einblicke in ihren Alltag und teilt ihre Routinen und Tipps mit ihrer Community. Über ihre Person wurde auch ihr Unternehmen immer bekannter und sie holte Sexspielzeug aus der Tabuzone.

Markus Braun, der Gründer von Wirecard, nutzt Twitter für seine Positionierung. In seinem Profil heißt es: „As a CEO, I am here to support our vision and express my personal views.” Neben Artikeln zur Digitalisierung und Zahlungsmethoden, teilt er auch Unternehmensnews zu neuen Kund*innen und Innovationen. Dabei ordnet er alle Beiträge in einen Kontext ein und sticht durch seine persönliche Meinung heraus.

Ärzt*innen und Anwält*innen

Für Berufsgruppen, die das Vertrauen ihrer Kund*innen brauchen, ist Personal Branding besonders interessant. Dazu zählen beispielsweise Ärzt*innen und Anwält*innen. Natürlich kann man sagen, dass es ja genug Patient*innen und Mandat*innen gibt – trotzdem werden manche Praxen und Kanzleien mit Anfragen überschüttet, während andere ums Überleben kämpfen.

Personal Branding für Ärzte

Wer sich als Ärzt*in oder Anwält*in einen Namen macht, braucht sich weniger Gedanken über die Akquise zu machen. Welche*n Ärzt*in konsultierst du lieber, wenn es um eine komplizierte Operation geht: Eine*n „No-Name“, der/die auf der Website halt behauptet die Operation zu können, oder eine*n Expert*in, von dem/der du bereits gehört hast? Und von welchem/welcher Anwält*in lässt du dich als Gründer*in lieber beraten: Von jemanden, über den/die du außer Name und Telefonnummer nicht viel findest, oder von jemandem, der/die in der Gründerszene durch Vorträge und Gastbeiträge schon bekannt ist?

Ärzt*innen können sich beispielsweise über einen eigenen Youtube-Kanal einen Namen machen. Dort können sie mit medizinischen Mythen aufräumen sowie Tipps und Übungen zur Behandlung daheim teilen. Anwält*innen können auf ihrem Blog Rechtsgrundlagen erklären und erste Hilfestellungen geben. Beide Berufsgruppen sollten zudem regelmäßig auf Veranstaltungen und Kongressen sprechen und Themen so aktiv für sich besetzen.

Personal Branding für Wissenschaftler*innen

Die Arbeit von Wissenschaftler*innen und Forscher*innen ist für viele Menschen abstrakt und schwer verständlich. Personal Brands können helfen, die breite Öffentlichkeit besser abzuholen und gesellschaftsrelevante Ergebnisse zu kommunizieren.

Ebenso wie bei einem Unternehmen, können Wissenschaftler*innen das Gesicht für ein Thema werden. Idealerweise erklären sie die Arbeit über eigene Kanäle oder die Plattformen von Universitäten und werden zu den Expert*innen für Medien.

Die Zusammenarbeit mit einer klar definierten Personal Brand, die bekannt ist und Themen für sich besetzt, ist auch für Universitäten und Forschungseinrichtungen interessant. Renommierte Wissenschaftler*innen machen ihre Arbeitgeber*innen bekannter und sichern Forschungsgelder.


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag, den ich für die New Work News von XING geschrieben habe.


Diese Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig! Für welche Berufsgruppen und Personen findest du eine Personal-Branding-Strategie besonders sinnvoll? Ich würde mich freuen, von dir zu hören!

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