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Ist Medienarbeit nur was für große Unternehmen?

Ist Medienarbeit nur was für große Unternehmen

„Bisher haben wir das Thema [Medienarbeit] gedanklich ausgeklammert, weil wir das eher bei größeren Unternehmen gesehen haben – bis ich auf dich und deine Posts aufmerksam wurde. Ich bin gespannt, was man auch als kleines Unternehmen in diesem Bereich erreichen kann.“

So hat sich vor einiger Zeit ein neues Mitglied in meiner Facebook-Gruppe vorgestellt. Yes! Hab ich mir gedacht. Wieder jemanden erreicht, der Medienarbeit bisher nicht in Erwägung gezogen hat.

Dass Medienarbeit sich nur für große Unternehmen lohnt, ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Und ich habe es zu meiner Mission gemacht, diesen Irrglauben aufzudecken! Wenn du also ein kleines Unternehmen hast – mit ein paar Mitarbeitenden oder als Solopreneur*in – dann lies weiter.

Wieso wir denken, dass Medienarbeit nur was für große Unternehmen ist…

Was sieht du, wenn du morgens die Startseiten der Onlinemedien öffnest? Oder wenn du ganz klassisch die Titelseiten der Tageszeitungen am Kiosk überfliegst?

Klar, wenn du dir die Titel oder Wirtschaftsressorts der großen Medien anschaust, findest du erstmal nur Meldungen zu Daimler, Commerzbank, Facebook oder Stars und Sternchen. Da entsteht schnell der Eindruck, dass das die einzigen Themen in den Medien sind.

Themen in den Medien

Aber auf der Titelseite der Medien findest du auch nur selten positive Unternehmensgeschichten. Da geht es oft um Krisen, Rücktritte von Vorständen oder Katastrophen. Also Themen, mit denen du sowieso nicht gerne in den Medien erscheinen willst. Und die Stars schaffen es einfach in die Medien, weil sie schon bekannt sind. Da ist es oftmals ziemlich egal, was sie genau machen.

Diese Geschichten sind aber nicht die einzigen Geschichten über die die Medien berichten. Denn es sind ja auch nicht die einzigen Neuigkeiten, die dich als Leser*in interessieren, oder?

Ich gehe mal davon aus, dass du auch gerne Neuigkeiten abseits der Konzerne und Celebrities liest.

… und wieso das falsch ist

Die meisten Menschen interessieren sich für mehr als die Themen auf der Titelseite. Und die Medien berichten über das, wofür die Menschen sich interessieren. Genauso wie du mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung, die Bedürfnisse deiner Zielgruppe erfüllen willst – so wollen die Medien das mit ihren Beiträgen.

Auch wenn das für jedes Medium am Ende etwas anders aussieht, kann man grundlegend sagen, dass die Medien drei große Ziele verfolgen:

  • Sie wollen ihre Leser*innen oder ihr Publikum über Neuigkeiten, Ereignisse und Sachverhalte informieren.
  • Sie wollen ihnen helfen, ihre Probleme zu lösen oder Herausforderungen zu meistern.
  • Und sie wollen sie auch einfach mal unterhalten.

Was das für dich bedeutet

Um in die Medien zu kommen, musst du ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen. Und das geht auch als kleines Unternehmen!

Du kannst Neuigkeiten über dich und dein Unternehmen teilen, die für die Öffentlichkeit interessant sind.

Außerdem weißt du als Unternehmer*in mehr über die wichtigen Themen in deiner Branche als Außenstehende. Nutze dieses Wissen und biete dich den Medien als Expert*in an. So hilfst du ihnen, die Fragen ihrer Zielgruppe zu beantworten. Die Medien sind laufend auf der Suche nach Ansprechpersonen, die bereit sind ihr Wissen in der Öffentlichkeit zu teilen. Das ist eine Riesenchance für dich!

Zuletzt kannst du sie auch einfach unterhalten. Unterhalten bedeutet dabei nicht, dass du die Medien und ihre Leser*innen unbedingt zum Lachen bringen musst. Auch deine persönliche Geschichte kann unterhalten, wenn sie gut erzählt ist. Die Menschen lesen gerne Geschichten, die sie berühren oder in die sie sich hineinversetzen können.

Beispiele: Kleine Unternehmen in den Medien

1 | Neuigkeiten teilen

Eine Kundin von mir eröffnete Mitte Oktober ihren Online-Tortenshop in Laubach, Hessen. Diese Eröffnungsgeschichte boten wir den lokalen Medien in Hessen an.

Die Resonanz war groß: Sowohl die Zeitung als auch das Radio und sogar ein TV-Sender meldeten sich auf ihre E-Mail bei ihr. Sie wurde in einer Woche dreimal von den Medien besucht, gab Interviews und führte sie in der Backstube herum.

Torte

Es berichteten die Radiosender HR4 und Hitradio FFH, das in der Stunde auf durchschnittlich 348.000 Zuhörer*innen kommt. Die lokale Tageszeitung veröffentlichte einen großen Beitrag, der online und im Print erschien. Es gab einen Artikel auf der Website der IHK und der Hessische Rundfunk besuchte sie für einen TV-Beitrag.

So erreichte Anna-Lena in wenigen Tagen viele Menschen in ihrer Region, die sonst nicht von der Eröffnung erfahren hätten. Ganz nebenbei gewann sie auch über 100 neue Follower*innen auf Instagram.

Wieso berichten die Medien kostenlos über Anna-Lena? Was Anna-Lena macht, ist etwas Neues und Spannendes, das die Menschen in ihrer Region interessiert.

2 | Die Fragen der Zielgruppe beantworten

Ein aktueller Kunde von mir ist Vertriebsexperte. Christian oder sein Team gehen also in Unternehmen und unterstützen sie dabei, ihren Vertrieb zu verbessern und so die Verkaufszahlen zu steigern.

Vor ein paar Monaten ließ er eine Studie zur Situation des stationären Einzelhandels durchführen. Dabei ging es um die Probleme und Potentiale des Einzelhandels. Obwohl er kein riesengroßes Unternehmen besitzt, hat er es mit dieser Studie in sehr viele Fachmedien seiner Branche sowie Wirtschaftsmedien geschafft.

Einerseits berichteten die Medien über die Studienergebnisse. Andererseits wollten sie aber auch Tipps von ihm, wie der Einzelhandel sich verbessern könnte. So machte Christian sich über die Studie einen Namen in der Branche und positionierte sich als Experte.

Wieso berichten die Medien kostenlos über Christian? Weil Christian ihnen hilft, die Probleme ihrer Zielgruppe zu lösen. Denn die Leser*innen der Fach- und Wirtschaftsmedien sind unter anderem die Entscheidenden im Einzelhandel, die vor den aktuellen Problemen stehen und wissen wollen, wie sie es besser machen können.

3 | Mit persönlichen Geschichten unterhalten

Ein anderes Beispiel ist die Plattform Corona Helfer. Diese wurde von ein paar jungen Unternehmern in München gegründet, um in der Coronakrise zu unterstützen. Es ging darum, Unternehmen, die zur Grundversorgung beitragen und nicht genug Arbeitskräfte haben, mit Helfenden zu verbinden.

Corona Helfer

Insgesamt hat die Plattform seit Gründung im April nur etwas mehr als 40 Stellen vermittelt – es ist also wirklich eine kleine Plattform. Aber trotzdem hat die Süddeutsche Zeitung über die Plattform und den Hauptinitiator berichtet.

Wieso berichten die Medien kostenlos über das Projekt? Weil der Aufbau der Plattform und die Motivation des Initiators eine coole, persönliche Geschichte sind. Gerade in Krisenzeiten werden gerne Beiträge über Menschen gelesen, die nicht untätig herumsitzen. Das inspiriert und macht Mut für die Zukunft.

Fazit: Ist PR nur was für große Unternehmen?

Ich hoffe, dass dieser Beitrag dich überzeugt hat! Du brauchst kein großes Unternehmen, um in die Medien zu kommen. Mit der richtigen Geschichte schaffen es auch kleine Unternehmen in die Presse.

Denn die Medien berichten nicht nur über große Unternehmen, sondern über das, wofür ihre Zielgruppe sich interessiert. Dabei wollen sie informieren, helfen und unterhalten!

Die drei Beispiele haben gezeigt, wie auch kleine Unternehmen es in die Medien geschafft haben: Mit Neuigkeiten, die vielleicht nicht die Welt bewegen, aber für die eigene Region interessant sind. Mit einer Studie und Expertenwissen, das hilft, Probleme zu lösen. Und mit einer persönlichen Geschichte von Menschen, die in Krisenzeiten aktiv werden.


Ein weiterer PR-Mythos ist übrigens, dass du unbedingt eine PR-Agentur brauchst, um in die Medien zu kommen. Darüber habe ich hier geschrieben!

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